|
||||||||||||||
| ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 | ||||||||||||||
|
Wir empfehlen: | |||||||||||||
Der Demagoge
(Def. (griechisch „Volksführer“): in
den altgriechischen Stadtstaaten ein einflußreicher Redner. Heute wird der
Begriff negativ gebraucht: Volksführer, Hetzer)
Im August 1919 wurde Hitler zusammen mit Kameraden zu
nationaler Propagandaarbeit ins Lager Lechtfeld geschickt. Dort mußte er
vor Heimkehrern aus der Gefangenschaft reden. Von daher kamen erstmals Hitlers
rhetorische Fähigkeiten zur Geltung. Ein Vorgesetzter: „Herr
Hitler ist ein geborener Volksredner, der durch seinen Fanatismus und sein
populäres Auftreten die Zuhörer unbedingt zur Aufmerksamkeit und zum
Mitdenken zwingt.“
Sein Vorgesetzter schickte seinen erfolgreichen Agitator
(Agitation: die aggressive Werbung für eine politische Gruppe oder
Weltanschauung“) zu einer Versammlung der Deutschen Arbeiter Partei (DAP).
Dort traf er auf den Reichsvorsitzenden, zugleich Mitglied der völkischen
Thule-Gesellschaft, deren Richtung schon 1918 in der Zielsetzung der Vernichtung
des Judentums war. Außerdem traf er dort Rudolf Hess, seinen späteren
Gehilfen im Dritten Reich, und zwei andere Antisemiten. Ein Mitglied der DAP:
„Mensch der hat a Gosch´n, den kunnt ma braucha.“ Hitler
trat im September 1919 in die DAP ein. „Hier konnte man noch
arbeiten...Hier konnte noch der Inhalt, das Ziel und der Weg bestimmt werden,
was bei den beistehenden großen Parteien von Anfang an schon wegfiel. Nach
zweitägigem qualvollen Nachgrübeln und Überlegen kam ich endlich
zur Überzeugung, den Schritt zu tun. Es war der entscheidendste
Entschluß meines Lebens...So meldete ich mich als Mitglied der Deutschen
Arbeiterpartei an und erhielt einen provisorischen Mitgliedschein mit der
Nummer: sieben.“ In Hitlers erster rein politischen Rede war schon
deutlich der Antisemit zu erkennen:
„Zunächst ist das Judentum unbedingt Rasse
und nicht Religionsgemeinschaft...Durch tausendjährige Inzucht, häufig
vorgenommen in engstem Kreise, hat der Jude im allgemeinen seine Rasse und ihre
Eigenarten schärfer bewahrt als zahlreiche der Völker, unter denen er
lebt. Und damit ergibt sich die Tatsache, dass zwischen uns eine nichtdeutsche
fremde Rasse lebt. Nicht gewillt und auch nicht imstande, ihre Rasseneigenarten
zu opfern, ihr eigenes Fühlen, Denken und Streben zu verleugnen, und die
dennoch politische Rechte besitzen wie wir selber. Bewegt sich schon das
Gefühl des Juden im rein Materiellen, so noch mehr sein Denken und
Streben... Der Antisemitismus der Vernunft jedoch muss führen zur
planmäßigen gesetzlichen Bekämpfung und Beseitigung der
Vorrechte der Juden. Sei letztes Ziel aber muss unverrückbar die Entfernung
der Juden überhaupt sein. Zu beidem ist nur fähig eine Regierung
nationaler Kraft, niemals eine Regierung nationaler Ohnmacht...“
Aus dem munteren Erzählen des Kriegsfreiwilligen
war das fanatische Reden des Demagogen geworden, ohne jede Persönlichkeit,
sondern nur noch das politische Ziel in den Augen. Genauso wie energisch und
entschlossen wie in der Rede muß man sich Hitler auch als Parteiaktivisten
vorstellen. Hitler wurde mit seinen Reden bald der führende Redner, er
konnte allein die ganze Partei begeistern.
Die ersten Erfolge wurden im Winter 1919/20 sichtbar. Es
gelang Hitler, eine wachsende Zahl von Münchnern für die DAP zu
interessieren. Von einer Versammlung im Hofbräuhauskeller vor 111
Zuhörern schrieb er: „Ich sprach dreißig Minuten, und was
ich früher, ohne es irgendwie zu wissen, einfach innerlich gefühlt
hatte, wurde nun durch die Wirklichkeit bewiesen: Ich konnte reden! Nach
dreißig Minuten waren die Menschen in dem kleinen Raum
elektrisiert.“ Für Hitler war das Reden und der damit verbundene
Applaus wie eine Droge, die er immer wieder brauchte. Nach seine Reden war er
immer völlig verschwitzt und um Pfunde leichter. Joseph Goebbels, selbst
einer der besten und gefährlichsten Redner sagte über ihn:
„Als Redner ein wundervoller Dreiklang zwischen Geste, Mimik und Wort.
Der geborene Aufpeitscher! Mit dem Mann kann man die Welt erobern. Laßt
ihn los, und er bringt die korrupte Republik ins
Wanken.“
Hitler vertraute nicht nur seiner Ausstrahlung, er
arbeitete außerdem noch an seinen handwerklichen Mitteln. Manchmal gab ihm
ein Opernsänger Sprechunterricht. Vor dem Spiegel probte er Handstellungen
und Mienenspiel.
Er arbeitete an seinem Erscheinungsbild, um soviel wie
möglich unter Selbstkontrolle zu haben, sogar seine Wutausbrüche.
Eigentlich aber dachte er über die Masse, die ihm zuhörte sehr
geringschätzig: „Die Aufnahmefähigkeit der Masse ist nur sehr
beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die
Vergeßlichkeit groß. Aus diesem Grunde muß eine Propagandarede
volkstümlich sein, und ihr geistiges Niveau einzustellen nach der
Aufnahmefähigkeit des Beschränktesten unter denen, an die sie sich zu
richten gedenkt.“
|
||||||||||||||
| |<< First < Previous Index Next > Last >>| | ||||||||||||||
|
Back to the topic site: Biografien.org/Startseite/H External Links to this site are permitted without prior consent. | ||||||||||||||
| Home | deutsch | Set bookmark | Send a friend a link | Copyright © | Impressum | ||||||||||||||